Sind Führungskräfte mit Ihren Teams Outdoor überlebensfähig?

Rund um diese Frage diskutierten Experten beim 7. Kongress für Outdoor und Adventure das Thema Führung aus verschiedenen Blickwinkeln. Das Ergebnis war ein inspirierender und interdisziplinärer Austausch.

Rund 70 Expertinnen und Experten reisten am 19. und 20. Februar an den Adventure Campus der Hochschule für angewandtes Management. Prof. Dr. Manuel Sand, Studiengangsleiter für Outdoorsport und Adventuremanagement, hatte zum siebten Mal zum Kongress für Outdoor und Adventure nach Treuchtlingen geladen.

Die Schirmherrschaft hatte in diesem Jahr der regionale Unternehmer und Ehrenvorsitzende des IHK Gremiums Dr. Karl-Friedrich Ossberger. Über zwei Tage hinweg erwarteten die Teilnehmer spannende Vorträge und interaktive Workshops rund um das Thema Leadership und Guiding.

„Ich bin kein Freund von Anglizismen“ machte Sand in seiner Begrüßung klar, „aber das Wort Guiding im Sinne von Hinführen/Begleiten gibt es im deutschen Sprachgebrauch nicht in dieser Form.“ Führung kommt nicht nur in vielen deutschen Wörtern vor, es ist nicht nur in Unternehmen bedeutsam, sondern auch für Outdoor-Guides und Outdoor-Trainer. Dass die Wertschätzung eine wichtige Führungskompetenz ist, stellte Prof. Otterbach von der Hochschule der Medien in Stuttgart in seiner Eröffnungs-Key-Note eindrucksvoll dar.

Doch dass die Führungsthemen „Draußen“ sehr ähnlich sind, zeigte Christoph Maretzek von der Trekk’n Guide Academy. Ohne Wertschätzung würden die Teilnehmer bereits nach wenigen Kilometern die Lust verlieren. Analoge Führung findet draußen im Hier und Jetzt statt, doch auch in Zeiten der Digitalisierung ist Führung entscheidend, weiß Gregor Heilmaier von Heilmaier und Heilmaier. Heute bekannte Jobs fallen aufgrund der Digitalisierung zwar weg, dafür entstehen wieder viele neue Berufsbilder, die wir heute noch gar nicht kennen. Essentiell ist dabei immer die Kommunikation.

Am Nachmittag versuchte dann der zertifizierte Bergführer Pit Rohwedder, der heute als Berater für viele namhafte Firmen tätig ist, die Kongressfrage zu beantworten. „Es gibt zwar viele Parallelen zwischen der Führung am Berg zur Führung im Unternehmen, doch bessere Führungskräfte lassen sich nicht durch ein paar Stunden Outdoor generieren“, so Rohwedder. Hierfür braucht man langfristige Führungskräfte-Seminare, die dann auch draußen stattfinden können.

Solche Seminare führt Andrea Zuffelato von planoalto in der Schweiz durch. Seinen Vortrag verlegte er kurzer Hand nach draußen, die Teilnehmer wurden mit Kopfhörern ausgestattet, über die sie dem Vortrag lauschen konnten, sich gleichzeitig aber in der Natur bewegen konnten.

Den Abschluss machte Prof. Dr. Tiebel von der Hochschule Künzelsau zum Thema emotionale Führung zu dem er seine beiden Rettungshunde einband. Dass Führung nichts Neues ist, zeigte er dabei eindrucksvoll anhand eines Zitats eines Benediktinermönches aus dem letzten Jahrtausend. Auch das Beispiel von Shackletons gescheiterter Antarktisexpedition dient heute noch als Best Practice Beispiel, das in der heutigen unsicheren VUCA Welt noch greift.

Was macht nun gute Führung aus?
Sie ist wertschätzend, bringt Vertrauen entgegen, bezieht alle mit ein, trifft aber klare Entscheidungen; Lässt den Mitarbeitern Zeit zur Erholung, setzt alle gemäß ihren Stärken ein, geht mit gutem Beispiel voran, achtet aber auch auf sich selbst; Redet viel und ist offen und ehrlich, merkt, wenn etwas nicht stimmt, setzt klare und erreichbare Ziele, lässt dabei nicht das große Ganze aus den Augen. So eine Führungskraft fällt in den seltensten Fällen vom Himmel, eine gute Entwicklung ist dabei entscheidend. Hierbei können Outdoorelemente eine entscheidende Rolle spielen, da hier Führung authentisch, echt und analog erfolgen muss.

Nicht nur Organisator Prof. Dr. Manuel Sand zeigte sich in seinem Resümee sehr zufrieden mit der spannenden Mischung an Teilnehmern, der hervorragenden Vorträgen der Referenten und der angenehmen Atmosphäre der Veranstaltung, auch die Teilnehmer waren begeistert: „Selten habe ich eine Veranstaltung erlebt, bei der mich fast durchgängig alle Inputs angeregt haben. Top!“ Die Kongressreihe wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden. Das Thema wird noch bekanntgegeben.

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