HAM-Professor Pierre Rafih publiziert neueste Erkenntnisse zu Bitcoin

Nach über elf Jahren und trotz Corona-Krise ist Bitcoin immer noch da. Obwohl seine Zukunft ungewiss ist, scheint die Währung selbst in Krisenzeiten bemerkenswert resilient zu sein. Eine triftige Frage, die selbst in Zeiten von Big Data und allgegenwärtiger Informationstransparenz nicht eindeutig beantwortet werden kann, ist: Was treibt den Wert von Bitcoin?

In verschiedenen Untersuchungen setzt sich HAM-Professor Pierre Rafih, der die finanzwirtschaftlichen Fächer Rechnungswesen, Investition & Finanzierung sowie Unternehmenssteuerung & Controlling unterrichtet, nun seit mehreren Jahren mit dem Phänomen Kryptowährungen, vor allem Bitcoin, auseinander. Dabei verfolgt er sowohl einen finanzwissenschaftlichen als auch einen verhaltensökonomischen Ansatz.

In seinem letzten Artikel, der im Oktober 2019 auf der 88. International Atlantic Economic Conference in Miami vorgestellt wurde, beschäftigt er sich mit seinem Co-Autor Florian Bartholomae mit der Frage „Was treibt den Wert von Bitcoin an?“. Die Frage ist insofern relevant, da es – anders als bei den meisten klassischen Finanzgütern und Wertpapieren – keinen fundamentalen Faktor gibt, dem man die Entwicklung von Bitcoin unmittelbar zuschreiben könnte.

In dieser empirischen Studie wird die Entwicklung des Wertes von Bitcoin mit denen einer repräsentativen Auswahl von Finanz-, Stimmungs- und Interessensindikatoren verglichen. Ziel dieser statistischen Untersuchung ist es, herauszufinden, ob und inwieweit diese Indikatoren – einzeln oder zusammen – helfen können, die Kursentwicklung von Bitcoin zu erklären.

Der Kurs von Bitcoin wird über einen Zeitraum von über sechseinhalb Jahren mit dem Kurs von repräsentativen globalen Indizes für Aktien, Anleihen und Gold verglichen, sowie mit dem größten Konsumenten-Vertrauensindikator (CCI 35) der OECD und einem globalen Indikator des öffentlichen Interesses. Dahingehend stellt die Studie ein Novum dar.
Die wissenschaftlich sehr resilienten Ergebnisse bestätigen die Erkenntnisse vorangegangener Studien zuzüglich interessanter neuer Erkenntnisse. Die Studie wurde in der ersten Ausgabe des CESifo Forum 2020, der Kooperationszeitschrift des Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) und der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), publiziert.

Diese Erkenntnisse und seine Begeisterung für Kryptowährungen teilt Prof. Rafih auch im Rahmen seiner Vorlesungen sowie der anwendungsorientierten Module an der Hochschule für angewandtes Management.