Endlich Netflix in der Klausurenphase ohne schlechtes Gewissen

So bringt ein Lernplan Ordnung ins Prüfungschaos

Wer kennt es nicht: in wenigen Tagen steht die Prüfung an, aber der Großteil des Stoffs liegt entweder ungelesen im Spiralblock oder in einem Ordner auf dem Laptop. In dieser Situation bleibt einem meistens nicht anderes übrig, als sich für die restliche Zeit in die Bibliothek einzunisten oder Zuhause durchzupauken. Dabei sind hoher Stress und zu kurze Nächte quasi vorprogrammiert.

Wenn Du diese Situation kennst und die letzten Tage vor der Prüfung lieber etwas entspannter verbringen willst, solltest Du dir einige Zeit davor darüber Gedanken machen, wie Du den Lernstoff am besten bearbeitest. Dafür eignet sich zum Beispiel ein Lernplan, mit welchem Du das Lernen zeitlich und inhaltlich strukturieren kannst.

Lohnt sich der Aufwand?

Ja, denn durch einen Lernplan…

  • lernst Du effektiver, da Dein Gehirn Informationen im Langzeitgedächtnis abspeichert
  • übersiehst Du keine relevanten Lerninhalte
  • vermeidest Du unnötigen Stress vor der Prüfung
  • kannst Du das Lernen für verschiedene Prüfungen koordinieren

So erstellst Du Deinen Lernplan

Niemand plant zu versagen, aber die meisten versagen beim Planen. Damit dir das nicht passiert, haben wir folgende vier Schritte für den (fast) perfekten Lernplan für Dich:

Eine Liste für alle Fächer erstellen

Um nicht den Überblick über alle relevanten Lerninhalte zu verlieren muss man sich erstmal einen Überblick schaffen. Dafür solltest Du zuerst eine Liste aller Fächer und Seminare erstellen, die Du durch den Lernplan bearbeiten willst. Danach folgen die jeweiligen Über- und Unterthemen.

Prioritäten setzen

Wahrscheinlich sind manche Themen für Deine Prüfungen wichtiger als andere. Deshalb lohnt es sich, für manche Themen mehr Zeit und Lernaufwand einzuplanen als für andere. So reicht es bei einigen Inhalten, sich einen groben Überblick zu verschaffen, während andere wiederum mehr Detailwissen erfordern.

Lerntermine im Kalender einplanen

Wenn Du Deine Lerninhalte strukturiert hast, kannst Du damit anfangen, Lernphasen in Deinen Alltag einzuplanen. Dabei solltest Du erstmal Deinen normalen Tagesablauf festhalten. Wann musst Du zur Uni / zur Schule / in die Arbeit? Wann planst Du Deine „Freizeit“ ein? Dann kannst Du Zeitblöcke für Deine reine Lernzeit festlegen.

Den Zeitplan überarbeiten

Die Praxis sieht oftmals anders aus als die Theorie. Vielleicht erkennst Du deshalb während des Unterrichts oder der Vorlesung, dass ein Thema komplexer ist als gedacht und es mehr Zeit benötigt als geplant. Dann lohnt es sich, in den Lehrplan auch Zeitpuffer einzubauen, um ihn an die Gegebenheiten anzupassen.

Wo erstelle ich einen Lernplan? – Excel, Apps & Co.

Wo der individuelle Lehrplan am Ende entsteht, bleibt jedem selbst überlassen. Relativ leicht erstellst Du Deinen Plan zum Beispiel mit Tabellenprogrammen wie Excel. Dabei kannst Du die Tabelle wie einen Stundenplan auffüllen und Felder für weitere Informationen oder Notizen hinzufügen.

Eine weitere Möglichkeit bietet – wer hätte das gedacht – das Internet. Auch Online findest Du verschiedene Websites, über die Du Vorlagen ausfüllen oder gemeinsam mit Mitschülern oder Kommilitonen an einem Plan arbeiten kannst. Das ist zum Beispiel bei Google Sheets möglich, wo Du außerdem noch weitere Funktionen findest, die für gemeinsame Projekte nützlich sind.

Darüber hinaus gibt es heutzutage auch schon Apps wie „LernStage Planer Free“ (Android) oder „Any.Do“ (Android, IOS), die dir bei der Lernplan-Erstellung helfen. Wenn Du Deinen Alltag aber lieber offline organisierst, kannst Du natürlich auch ganz altmodisch zu Block und Stift greifen.

Unsere Vorlage für Dich

Im folgenden Beispiel siehst Du, wie Dein Lernplan aufgebaut sein könnte. Um Dir den Weg zu Deinem Lernplan zu vereinfachen, kannst Du diese Vorlage hier als Excel-Datei herunterladen und individuell ausfüllen.

Lernplan Vorlage

Lernplan fertig – und jetzt?

Wenn Du mit Deiner persönlichen Lernstrategie zufrieden bist, sollte der nächste Schritt eigentlich klar sein: Fang an zu lernen! Was am Anfang noch einfach erscheint, kann allerdings nach einiger Zeit schon zum Problem werden. Wenn Du aus einer Laune heraus doch mal anstatt zu lernen Dich mit Freunden auf ein Bier triffst, ist das natürlich kein Beinbruch. Wenn sich diese Tage allerdings häufen, wird es immer schwieriger, den Stoff wieder aufzuholen und den Plan nicht gleich komplett umzuwerfen.

Folgende 8 Tipps helfen Dir, nicht noch vor der Zielgerade aufzugeben und Deine Produktivität zu steigern:

  • Belohnungen
    Schoki, Musik hören oder Freunde treffen, gönn Dir eine Belohnung nach dem Lernen – nicht davor
  • Lernumgebung wechseln
    Bist Du der klassische Bibliotheksgänger oder büffelst Du lieber zuhause? Vielleicht hilft es dir ja, eine neue Lernumgebung auszuprobieren.
  • In Gruppen lernen
    Wer sich zum Lernen trifft, kann sich nicht so leicht davor drücken
  • den Schreibtisch aufräumen
    solange nicht gleich die ganze Wohnung mitgeputzt wird
  • alle Störquellen entfernen
    Handy, Wecker etc. auf lautlos stellen
  • Lernpausen einlegen
    Lüften, Kaffee und Snacks holen, meditieren, die Katze streicheln…
  • das Handy weglegen
    … oder Produktivitäts-Apps wie z.B. „Forest“ nutzen
  • verschiedene Lerntechniken nutzen
    Schau Dir hier an, wie sich unsere Studentin Ischtar auf die Prüfungen vorbereitet

Wenn Du immer noch nicht von der Nutzung eines Lernplans überzeugt bist, siehst Du hier, wie Du Deine alltäglichen Laster durch sinnvolles Lernen ersetzen kannst.

Entweder…

Noch eine Folge „Game of Thrones“ schauen

Morgens den Snooze-Knopf drücken

Nur mal eben kurz für einen halbe Stunde auf Instagram

Während einer Vorlesung auf Amazon shoppen oder Fußball schauen

Schnell noch zum Abendessen zu McDonalds fahren

…oder

Einen Text mit 25 Seiten lesen

20 Vokabeln wiederholen

Eine Vorlesung zusammenfassen

Während einer Vorlesung aufpassen und sich die Zeit bei der Nachbereitung sparen

Schnell noch zum Lernen in die Bibliothek fahren

Natürlich musst Du all diese Dinge nicht ersetzen – Du kannst sie nämlich mit einem Lernplan ganz ohne schlechtes Gewissen tun ;)

Fazit

Ein gut strukturierter Lernplan ist zwar kein direkter Garant für gute Noten, dennoch bringt er eine gewisse Ordnung in den Lernprozess und damit auch in den eigenen Alltag. Wer sich den immer wiederkehrenden Stress vor den Prüfungen vom Hals schaffen will, sollte deshalb einfach regelmäßig seine „Hausaufgaben“ machen. Denn spätestens wenn die Freunde am Ende tagelang hinter Büchern verschwinden und man selbst sich zurücklehnen kann, hat sich die Selbstorganisation ausgezahlt.