Lernkompetenzforschung

Lernkompetenzforschung

Einleitung

Innovationsfähigkeit und Lernen als Mitarbeiter und Organisation werden zu elementaren Wettbewerbsfaktoren der weltweiten Wirtschaft. Um auf diese Anforderungen reagieren zu können, befindet sich die betriebliche Personalentwicklung im Umbruch. Die momentane angebotsorientierte Personalentwicklung wird den neuen Anforderungen wie Veränderungsdruck und Digitalisierung nicht gerecht. Ein Paradigmenwechsel zur nachfrageorientierten Personalentwicklung muss stattfinden (Schermuly, 2010) und betriebliches Lernen individueller, zeitnah und arbeitsplatznäher gestaltet werden. Vor diesem Hintergrund wird Lernen zunehmend weniger formal orientiert sein. Vielmehr wird Lernen zukünftig am Arbeitsplatz und im Austausch mit Kollegen/Experten erfolgen. IT-gestützte Lernformen ermöglichen einen zunehmend höheren Flexiblisierungs- und damit Selbstbestimmungsgrad. Lernen in diesem Kontext der Selbstverantwortung erfordert allerdings auch ein hohes Maß an Lernkompetenzen von den Mitarbeitenden. Die Lernkompetenzen der Mitarbeitenden sind Erfolgsfaktoren für die Effizienz der Personalentwicklung und damit den Wettbewerb auf Unternehmensebene.

Unser Forschungsinteresse im Bereich Corporate Learning gilt u.a. den folgenden Fragen:

  • Was verstehen wir unter Lernkompetenzen von Mitarbeitern?
  • Welche Lernkompetenzen von Mitarbeitern sind relevant für das zunehmend selbstgesteuerte Lernen?
  • Wie können Lernkompetenzen die individuelle Veränderungsfähigkeit unterstützen?
  • Wie wird die Zukunft der Personalentwicklung aussehen?
  • Welche Rolle wird die Personalentwicklung beim Corporate Learning einnehmen?
  • Wie kann die Führungskraft die Rolle als Lerncoach wahrnehmen?

 

Forschungsprojekt Lernkompetenz (Oktober 2015 – Oktober 2016)

Offizieller Titel: „Lernkompetenzen von Mitarbeiter analysieren und fördern (LEKAF)“

Kurzbeschreibung des Forschungsprojektes

In den letzten Jahren hat sich die Art des Lernens im betrieblichen Umfeld verändert. Während früher fast ausschließlich Weiterbildungsmaßnahmen über Seminare angeboten wurden, setzt man heute vermehrt auf andere Angebote wie zum Beispiel onlinebasierte Formate, die relativ flexibel genutzt werden können.

Aber auch der Austausch mit Kollegen z.B. im Rahmen von Mentoring ist eine wiederentdeckte Form des betrieblichen Lernens.

Diese selbststeuerbaren Formate bedeuten, dass JEDER Mitarbeitende eine größere Verantwortung für seine Lernprozesse übernehmen muss. Von der Bedarfsanalyse über die Auswahl eines geeigneten Lernformats bis zum Transfer, muss der Mitarbeitende selbstständig seinen Lernprozess steuern. Welche Lernkompetenzen dabei für erfolgreiches betriebliches Lernen wichtig sind, steht im Fokus des Forschungsprojekts „Lernkompetenzen analysieren und fördern (LEKAF)“. Ziel der Forschung mittels qualitativen, quantitativen und experimentellen Methoden ist die Identifikation relevanter Lernvoraussetzungen wie zum Beispiel Motivation, Medienkompetenz oder Lernstil und die Ableitung eines Modells der Lernkompetenzen für das betriebliche Lernen.

Dieses Forschungsprojekt wird unterstützt und gefördert von der Vodafone Stiftung und dem Bundesinstitut für Berufsforschung (BIBB).

 

 

Nutzen der Lernkompetenzforschung

Mitarbeitende

  • Effizientes Lernen: individuell, spezifisch, arbeitsplatz- und zeitnah
  • Verbesserte individuelle Veränderungsfähigkeit
  • Stärkung der eigenen Employability

Unternehmen/ Personalentwicklung

  • Verbesserter Umgang mit zunehmender Komplexität
  • Effizienter Nutzen von digitalisierten Lernformen, wie z.B. Webinare, MOOCs, Learning Communities
  • Besserer Umgang mit demografischen Wandel, Globalisierung und technischen Innovationen
  • Effektives Managen von Veränderungen
  • Schaffung einer modernen Lernkultur

Erfahren Sie mehr

Initiates file downloadCILL-Flyer Lernkompetenzforschung

Kooperationspartner im Projekt LEKAF

Das Förderprofil steht unter dem Leitmotiv „Menschen und Ideen fördern.“ und konzentriert sich auf den Bereich Bildung, sozialer Aufstieg und gesell-schaftlicher Zusammenhalt. Als eigenständige gemeinnützige Institution und gesellschaftspolitischer Thinktank fördert und initiiert sie Programme mit dem Ziel, Impulse für den gesellschaftlichen Fortschritt zu geben, die Entwicklung einer aktiven Bürgergesellschaft anzustoßen und gesellschaftspolitische Verantwortung zu übernehmen.

Literatur

  • Graf, Nele; Groh, Marco (2013): Lernkompetenz von Mitarbeitern steigern und Weiterbildungsressourcen nutzen. In: Christoph Athanas und Nele Graf (Hg.): Innovative Talentstrategien, München: Haufe Lexware, S. 197-216. Opens external link in new windowshop.haufe.de/innovative-talentstrategien-mit-ebook-arbeitshilfen-online
  • Niermann, Peter (2013): Lernen 2.0. Lernen dynamisch – virtuelle spielerische Ansätze. Online: iBook Store.
  • Genzwürker, S. (2006): Die atmende Organisation – Anspruch und Wirklichkeit einer bedürfnisorientierten Arbeitsgestaltung, Univ. Diplomarbeit, Universität Freiburg im Breisgau.
  • Zukunft Personal am 17.September 2013. Graf, N. und Groh, M. „How to analyze and develop learning skills of employees“ (Folien können bei Prof. Graf erfragt werden.)
  • LearnTech am 4.Februar 2014. Graf, N.. „Wie Mitarbeiter erfolgreicher lernen – Analyse und Entwicklung der individuellen Lernkompetenz“