4. Semester: Der etwas andere Semesterstart

Hi ihr Lieben,

heute berichte ich euch von der etwas anderen Präsenzphase. Nachdem unsere Hochschule in Abstimmung mit dem Bayerischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst entschieden hat, dass aufgrund des Corona-Virus (SARS-CoV-2) keine Präsenzwochen am Standort stattfinden, fanden sie diesmal online statt. 

Also hieß es für mich meine gebuchte Unterkunft und Zugtickets zu stornieren und an der Vorlesung von Zuhause aus teilzunehmen – auch nicht schlecht. :)

Es lief zwar alles relativ kurzfristig ab, wir bekamen aber zügig eine E-Mail mit den wichtigsten Informationen. Zum einen, dass die Vorlesungen mit Microsoft Teams stattfinden werden und zum anderen, dass zu jedem Modul jeweils im Nachrichtenforum ein Link zu finden ist, mit dem durch Anklicken an der Vorlesung teilgenommen werden kann. 

Am Wochenende zuvor habe ich mir also dann die Microsoft Teams App herunter geladen und gehofft, dass am Montag alles glatt abläuft. 

Für eventuell auftretende Probleme hat die Hochschule auch eine Anleitung für Installation und Ablauf mit in die E-Mail hineingepackt. Es wird schon schief gehen, dachte ich mir positiv gestimmt…

Montags bin ich dann einfach auf den Link und wurde gleich zur App weitergeleitet. Nach ersten Anlaufproblemen bei einigen meiner Mitstudierenden klappte alles wunderbar. 

Unser erstes Modul war dabei Start-ups in Mode- und Lifestyle Unternehmen. Zum Start begrüßte uns unser Dozent diesmal über Video und Mikro und erzählte, was uns im Kurs erwartet. 

Aufgabe ist es, ein Start-up zu „gründen“, dafür einen Businessplan zu erstellen und unsere Idee am Ende der Präsenz vor einer Jury vorzustellen. 

Nach ein paar Vorlesungsfolien mit informellem Input, hieß es dann Ideen generieren und in Gruppen zusammenfinden.

Dies ging trotz virtuellem Erlebnis auch sehr gut. Die einzelnen Personen mit einer schon bestehenden Idee schrieben diese in den Chat und man konnte sich je nach Interessen anschließen.

In der Gruppe, in der ich mich befinde, sind wir jetzt vier Personen. Nachdem klar stand, dass wir zusammen arbeiten wollen, haben wir gleich eine WhatsApp Gruppe gegründet und uns über unsere Idee ausgetauscht. Außerdem haben wir noch ein Google Doc angelegt, in dem wir diese dann auch schriftlich festgehalten haben. Das gute dabei ist, dass jeder etwas in dem Dokument hinzufügen oder abändern kann. Aber auch Microsoft Teams haben wir genutzt, um uns verbal austauschen zu können. Dafür haben wir neben dem regulären Chat des Moduls noch ein Team angelegt, in dem nur wir vier uns befinden.

Neben der Idee legten wir auch die jeweiligen Aufgaben und Stellungen des Teams fest. Wer ist der CEO (Chief Executive Officer/Geschäftsführer), wer der CMO (Chief Marketing Officer) usw.

Nach der Mittagspause wurden dann die Ideen der einzelnen Gruppen vorgestellt. Einer aus dem Team teilte dabei seinen Bildschirm mit einer kurzen Präsentation und erzählte über das Mikrofon, was bisher ausgetauscht und festgelegt wurde. Unser Dozent hörte dabei gespannt zu und gab noch den ein oder anderen Tipp, was noch beachtet werden sollte.

Da wir beim Abschluss des Moduls eine Präsentation halten müssen, schreiben wir hier keine Klausur sondern wieder eine Studienarbeit mit kommentierter Präsentation. Da wir aber in einer Gruppe zusammenarbeiten, konzertiert sich das jeweilige Teammitglied in der Studienarbeit nur auf seinen Themenbereich, da sonst der Umfang zu groß wäre. Der CEO schreibt somit also nur über seine Aufgaben in seinem Themenbereiche im Unternehmen und die anderen wiederum über ihre einzelnen Aufgaben/Stellungen im Start-up. Genauso präsentiert der Einzelne auch nur seinen Themenbereich in der letzten Präsenz.

Dienstags ging es weiter mit Design, Innovationen und Trendscouting. Das erste Modul, in dem es mal wirklich so richtig um das Thema Mode ging. Die Dozentin fing dabei mit dem Bereich Design an, mit der Definition von Design, welche Designmethoden es gibt, welche Auswirkungen die Gesellschaft auf Design hat, stellte uns berühmte Modedesigner aus verschiedenen Epochen vor, erzählte über Shop-Design und Merchandising. Untermalt wurde alles durch viele Bilder und Beispiele, die sie über eine Präsentation auf dem Bildschirm teilte. 

In den nächsten Präsenzen folgen dann die zwei weiteren Bereiche Innovation und Trendscouting. Darauf bin ich besonders gespannt, da sie erzählte, dass sie dort Themen wie zum Beispiel Nachhaltigkeit ansprechen möchte. Ich habe nämlich schon die Idee, mich in diesem Thema zu spezialisieren.

Am Ende sollten wir noch ein Moodboard erstellen, auf dem dargestellt werden sollte, was jeder durch die Präsenz gelernt und als gut befunden hat und was er sich für das nächste Mal wünscht. So bekam sowohl die Dozentin als auch wir Feedback, da dadurch auch ein paar Fragen geklärt werden konnten.

Am Mittwoch ging es weiter mit Steuerlehre. Jaja, die Steuern, ein so interessantes Thema. :D Spaß bei Seite, das ist natürlich ein sehr wichtiges Thema, mit dem man sich als angehender Betriebswirt auskennen muss. Die Dozentin hat den virtuellen Unterricht dabei versucht sehr unterhaltsam zu gestalten. Irgendwann gab es für jeden eine Tafel Schokolade, wenn eine richtige Antwort genannt wurde. Natürlich nicht gleich, aber mit dem Versprechen, dass wir sie in der nächsten Präsenz, in der wir uns persönlich sehen, bekommen. So wurde nicht nur die Stimmung aufgelockert & mehr interaktiv mitgearbeitet, sondern sie hat dadurch ein Gefühl von Großzügigkeit in die Gruppe hineingebracht, die die nächste Zeit bestimmt anhalten wird.

Am Donnerstag folgte das Modul Investition und Finanzierung. Auch das ist im Gegensatz zu den andern drei Modulen des Semesters, ein eher trockeneres Modul, in dem wieder gerechnet werden muss. Anders als bei den Modulen davor, hat unser Dozent diesmal mit seinem iPad gearbeitet. Während der Präsentation und Live-Übertragung auf dem Bildschirm, markierte er immer mal etwas mit dem Stift oder brachte handschriftlich Rechenbeispiele mit ein. Dadurch konnten wir seine Rechnung aktiver verfolgen und alles prägte sich besser ein.

Dafür haben wir ihn in seinem Modul nur seine Stimme gehört und nicht die Person bzw. den Dozenten über Kamera gesehen. Was ich dabei aber auch nicht sonderlich störend oder schlimm fand, da man den Folien durch das zusätzliche visuelle Erlebnis gut folgen konnte.

Freitags hatten wir abschließend Teamentwicklung und Moderation. Das muss für unsere Dozentin eine echte Herausforderung gewesen sein! Sie sagte selbst, dass sie viele Gruppenarbeiten und Interaktion zwischen den Studierenden geplant hatte. Leider konnten viele Studenten aus verschiedenen Gründen ihre Mikrofone nicht anstellen, sodass es noch etwas schwieriger war zu kommunizieren. 

Wir haben bisher in allen vorherigen Vorlesungen überwiegend nur über die Chat-Funktion geschrieben haben, aber auch bei diesem Modul hat die Kommunikation auch über den Chat geklappt. Wir haben einfach das Beste aus der Situation gemacht. 

Wir bekamen einiges an informellem Input bekommen: Was zum Beispiel der Unterschied ist zwischen einer Gruppe und einem Team, welche Teamrollen es gibt etc. Dabei hat jeder auch selbst einen Test gemacht, welcher Teamtyp (nach Belbin) man selbst ist. Das war echt interessant, das einmal zu erfahren. :)

Ich muss wirklich sagen, dass ich positiv vom gesammten Online-Unterricht überrascht war. Es hat alles gut geklappt und ich könnte mir sogar vorstellen, die Vorlesungen öfter so zu haben. ;)

Die Dozenten mussten zugeben, dass alles etwas ungewohnt ist und sie uns lieber persönlich vor sich haben möchten, aber dafür haben sie alle auf ihre eigene Weise einen wirklich guten Job gemacht. 

Dank der technischen Möglichkeiten heutzutage haben wir den Vorteil, diese in diesen Krisenzeiten zu nutzen. 

Hiermit möchte ich meinen Hut ziehen vor der Hochschule, die kurzfristig alles so gut vorbereitet hat und wir ohne Verzögerung unser Studium wie geplant fortführen können. 

Jetzt bin ich mal gespannt, ob ich euch das nächste Mal dann wieder von der Präsenz am Standort berichte oder ob die nächste Präsenz noch einmal online stattfindet. 

Bis dahin, macht‘s gut, versucht wenn möglich Zuhause zu bleiben und bleibt gesund & munter. 

Eure Marleen

Marleen_goes_ham - Der Blog zum Fashion Studium
Steckbrief
Name:Marleen Münster
Studienort:Ismaning/München
Semester:4. Semester
Vorherige Ausbildung:Modedesignerin & Grafikdesignerin
Von |Blog, Fashion, Neuster HAMGOESFASHION Beitrag|Kommentare deaktiviert für 4. Semester: Der etwas andere Semesterstart